
Die Tallandschaft der Steinapiesting ist vom felsenumringten Kessel des Marktes Gutenstein durch eine enge Schlucht getrennt. Da kein Raum für einen Fahrweg bestand, legte man schon im Mittelalter eine Längsbrücke an, die teils im Felsen verankert, teils auf Piloten gelagert war.
Die rumpelnde alte Holzbrücke musste allerdings in unserer Zeit durch eine Konstruktion aus Beton und Asphalt ersetzt werden.

Von der Langen Brücke aus hat man den schönsten Blick auf den Gutensteiner Burgberg mit seinen pittoresken Felsabstürzen, im 19. Jahrhundert ein romantischer Anziehungspunkt für Dichter und Maler, die dieses Motiv in ihren Werken mehrfach verewigt haben. Auch Ferdinand Raimund ließ sich von diesem Ausblick anregen. In seinem „Verschwender“ (3. Akt, 10. Auftritt) liest man folgende szenische Anweisung: Die Ruine des alten Schlosses . . . zerfallene Gemächer und Türme, auf Felsen gebaut . . . die Aussicht, gleichsam von der Höhe des Schlossberges, auf entferntere gegenüberstehende Berge, hinter welchen die Sonne untergeht.
Die Lange Brücke gehört nunmehr zu den Naturdenkmälern Niederösterreichs